CEO-Videos von A-Z, Teil 2: Vorbereitung und Dreharbeiten

»Hier spricht der Chef...«

CEO-Videos von A-Z, Teil 2: Vorbereitung und Dreharbeiten Alles was man über die Herstellung von CEO-Videos wissen muss.

Bei CEO-Videos gilt es nicht erst dann ernst, wenn die Kamera läuft. Zeit ist für hochrangige Führungskräfte die wohl wichtigste Ressource überhaupt. Disposition und Verfügbarkeit des Hauptdarstellers ist bei einem CEO-Video immer ein Thema. Gleichzeitig gilt: wer im Dienste authentischer Unternehmenskommunikation seine Haut zu Markte trägt, und nichts anderes bedeutet ein CEO-Video, will und muss allem Zeitmangel zum Trotz in die wichtigsten Entscheidungen eingebunden sein.

Es gibt einige ebenso gute wie legitime Gründe, von der Kommunikation mittels CEO-Videos abzuraten (mehr dazu in Teil 1 der Serie3). Kein guter Grund ist die Angst davor, sich im Vorfeld oder bei der Durchführung der Aufnahmen zu einem Video inhaltlich oder planerisch in konzern-internen Schnittstellen auf höchster Stufe zu verheddern. Jedes Video und jeder Film ist ein Projekt. Ob seriell oder singulär, auch Projekte folgen etablierten, festen Abläufen und Spielregeln. Dieser Artikel informiert über die für ein professionelles CEO-Video planerisch und inhaltlich notwendigen Zeitfenster und Abläufe.

Filmpuls erklärt in dieser vierteiligen Serie, was es für die Leadership-Kommunikation von Führungskräften zu beachten gilt. Teil 1 der Serie behandelt Kosten und Konzeption, dieser Beitrag als daran anschließende Fortsetzung die Drehvorbereitungen, Durchführung der Dreharbeiten sowie die Bild- und Tonbearbeitung. Teil 3 zeigt, wie CEO-Videos inhaltlich-formal umgesetzt und realisiert werden können. Abgeschlossen wird die Serie in Teil 4 mit der Analyse von Beispielen aus der  Praxis und mit den wichtigsten Learnings.

Vorbereitung und Dreharbeiten

Aus Sicht einer erfahrenen Filmproduktion sind Videos mit Top-Führungskräften, zumindest aus logistischer Sicht, keine Hexerei. Im Vergleich zu einem Spielfilm-Dreh, bei dem es ein Heer aus 80 und mehr Mitarbeitenden zu disponieren gilt (bei der Herstellung eines durchschnittlichen TV-Spots oder Imagefilm umfasst die Crew immer noch zwei bis drei Dutzend Personen), ist der in ein CEO-Video involvierte Personenkreis geradezu klein. Meist sind es nicht mehr als ein Dutzend Personen. Dafür aber ist planerisch höchste Präzision gefragt. Einen CEO auf dem Filmset auf die Aufnahmen warten zu lassen weil in letzter Minute noch etwas organisiert werden muss, ist keine Option.

Zeitrahmen

Für die 4 Schritte auf dem Weg zum perfekten CEO-Video können ab dem Zeitpunkt der Auftragserteilung und davon ausgehend, dass interne Abnahmeprozess auf Seiten des Kunden jeweils 3 bis maximal 5 Tage beanspruchen, als terminliche Orientierungsgrößen gelten:

  • Schritt 1 – Definition: 15 Tage *
  • Schritt 2 – Formatierung: 20 Tage *
  • Schritt 3 – Pilotierung: 10 Tage *
  • Schritt 4- Produktion und Wirkungskontrolle: 10 Tage *

* inklusive Freigabeprozess auf Kundenseite und Korrekturschlaufen

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die 4 Stufen zum perfekten CEO-Video

Anders gewendet: ein professionelles CEO-Video von A-Z lässt sich mitsamt Planung zur späteren seriellen Wiederholung, Proben und Qualitätskontrollen 45 Arbeitstagen respektive 9 Wochen planen, wobei in das total von 9 Wochen ganze 4 Wochen für kunden-interne Abnahmeprozesse einkalkuliert wurden. Je nach Effizienz der Abnahmen kann die reine Arbeitszeit auf seiten der Videoproduktion bis nahe an 5 Wochen betragen.

In einer idealen Welt erfolgt der Einbezug des CEOs an drei wichtigen Punkten in Planung und Produktion:

  • Präsentation der Form des CEO-Videos (gegen Ende von Stufe 2, Formatierung). Durchschnittlicher Zeitaufwand: 30-45 min. *
  • Probe anlässlich der Pilotierung. Durchschnittlicher Zeitaufwand: 60 min. *
  • Aufnahme des Videos (Dreharbeiten). Durchschnittlicher Zeitaufwand: 60 min. – 90 min. *

 * für die Präsentation der Konzepte ist keine Vorbereitung notwendig. Bei Pilotierung und Dreh wird vorausgesetzt, dass die Inhalte als Stichworte memoriert wurden. Die Endabnahme/Freigabe durch den CEO ist, wie die möglicherweise inhaltlich bedingte notwendige Freigabe durch die Rechtsabteilung des Kunden,  in den Durchschnittswert der 10-Tage-Frist von Stufe 4 (siehe vorgehend) eingespiesen.

Erarbeitung der Inhalte

Die Inhalte eines CEO-Videos liegen grundsätzlich in der Verantwortung des Kunden. In den meisten Fällen wurde diese schon im Vorfeld der Auftragsvergabe in groben Linien skizziert. Ganz aus der Pflicht entlassen ist der Produktionspartner darum nicht: Form follows function gilt bei CEO-Videos nur beschränkt. Hier hört das Auge mit. Text und Bild müssen sich harmonisch durch ausgesuchte Kameraeinstellungen zu einem Ganzen zusammenfügen, oftmals noch ergänzt mit weiteren Informationsebenen wie Grafik-Animationen.

Es ist darum Aufgabe der Produktion, dem Kunden ein Text-Raster auf Basis der gewählten Formatierung zur Verfügung zu stellen. Diese Vorlage umfasst zumindest auf die Form des Videos und dessen Wirkungsziele (KPI) abgestimmte, minimale Informationen zu Länge, Struktur und Aufbau des Textes. Mehr zu Frage: Wie lang muss ein Video sein.

Ein Beispiel zur Illustration: Der geplante Kommunikationswunsch und Distributionskanal (Social Media) eines CEO-Videos führen in Schritt 2 zur Konzeption eines Videoformats, dass in seiner Bildsprache den CEO bewusst auch als Führungspersönlichkeit und Menschen in Zentrum der Botschaft stellt. Spricht der CEO in diesem Video aber nur über Zahlen, präsentiert also gewissermaßen eine Excel-Tabelle, kann damit ein unfreiwillig seltsamer Kontrast zu den auf Emotionalität getrimmten Nahaufnahmen entstehen. Der Zuschauer wird dieses Auseinanderdriften von Inhalt und Form, in der Fachsprache „Schere“ genannt, meist nicht als solches benennen können, aber beim Ansehen des Videos ein seltsames, undefinierbares Gefühl der Irritation verspüren.

Budget

Richtgrößen in Zahlen zu den Herstellungskosten nennt Teil 1 der Artikel-Serie. Wie jede Kalkulation für Film und Video lässt sich auch das Budget für ein CEO-Video über die entsprechenden Parameter und Production Value im Film steuern. Der Preis für ein CEO-Video setzt sich, etwas vereinfacht dargestellt, grundsätzlich aus 4 unterschiedlichen Komponenten zusammen:

  1. den Kosten für die zum Einsatz kommende Technik für die Aufnahmen und für die Bild- und Tonbearbeitung und Grafik-Erstellung,
  2. dem von Talent, Erfahrung und Know-how abhängigen Salär für die im Rahmen der Kreation, Produktion und Bild-/Tonbearbeitung beteiligten Spezialisten und Fachpersonen
  3. allfälligen Kosten für den Drehort und damit verbundenen Aufwänden
  4. möglichen Lizenzkosten für Musik und/oder zum Zweck der Illustration genutztem extern eingekauftem Archivmaterial

Entscheidend für die Preisbildung auch die Frage, ob ein CEO-Video seriell konzipiert, geplant und aufgesetzt wird. Die für das erste Video anfallenden Kosten enthalten meist auch Einmalkosten. Typische Beispiele für Einmalkosten bei einem CEO-Video sind die Kreation, die Grafik oder für Vorspann/Abspann (Intro-/Outro-Sequenz).

Proben (Pilotierung)

Probe-Aufnahmen (Stufe 3 im Schema) für Videofilme dieser Art können unterschiedlich und mit verschieden Zielen durchgeführt werden. Entweder als technische Proben der Film-Crew, als „Hauptprobe“ mit dem CEO einige Stunden oder Tage vor der realen Aufnahme, oder als Kombination aus diesen beiden Faktoren. Bei technischen Proben wird der CEO nicht vor Ort benötigt. Es reicht, wenn eine Person den Ort einnimmt (Stehpult, Sessel, usw.) an dem der CEO später stehen wird.

Die Filmcrew spielt dann den Ablauf durch, optimiert Kamera-Positionen und Licht, damit bei den Dreharbeiten alles wie am Schnürchen läuft. Werden Proben aufgezeichnet, spricht man von „heißen Proben“. Werden nur die Inhalte geprobt aber ohne Aufzeichnung der Probe, spricht man von einer „kalten Probe.“

Dreharbeiten

Die Dreharbeiten für CEO-Testimonials unterscheiden sich in vielen Punkten nicht von denjenigen für Video-Testimonials. Auch bei CEO-Videos sollte höchste Authentizität das Ziel sein. Ein CEO vor der Kamera hat, so wie bekannte Schauspieler, das gute Recht auf eine einzige, kompetente Ansprechperson, die sie durch die Dreharbeiten führt. In der Regel wird das entweder der Regisseur oder der Produzent sein, in jedem Fall aber eine mit Inhalten und Dreharbeiten langjährige vertraute Person, die dem CEO auf Augenhöhe begegnen kann.

Bild- und Tonbearbeitung

Richtig geplant und umgesetzt, fügt sich die Nachbearbeitung der Aufnahmen (Postproduktion) nahtlos und präzise wie ein Zahnrad einer Schweizer Uhr in das Gesamtgefüge. Zwei bis drei Tage Bearbeitungszeit sind die Regel, bis ein CEO-Video vom Kunden visioniert und abgenommen werden können sollte.

Bei vorheriger Ansage und entsprechender Planung sind mit Schichtbetrieb auch kürzere Fertigstellungszeiten, meist verbunden mit einer Express-Fee, möglich.

CEO-Videos: Fortsetzung (Teil 3)

Im nächsten Artikel präsentiert Filmpuls die wichtigsten Typen und Formen von CEO-Videos. Der dritte Artikel der vierteiligen Serie versteht sich als Orientierungshilfe und Impulsgeber für die Kreation und Konzeption von Leadership Videos.


Im Interesse der Lesbarkeit wurden in diesem Artikel die Berufsbezeichnungen soweit sinnvoll und möglich auf die männliche Form reduziert. Gemeint sind immer Frauen und Männer | © Grafik und Artikel Filmpuls

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