Filme machen heißt, Entscheidungen zu fällen. Wir sagen wie viele.

Die Wahrheit liegt nicht in der Mitte

Filme machen heisst, Entscheidungen zu fällen - filmpuls Ein Entscheid mit vielen Folgen
Filme machen ist im Trend. Zum einjährigen Jubiläum des Filmpuls Blogs rechnen wir dem Teufel ein Ohr ab. Wir wollten wissen, wie viele Entscheide es braucht, um einen Film zu machen. Und haben über das Ergebnis unserer Studie selbst nicht schlecht gestaunt.

Es gibt nur etwas im Leben, das richtig wichtig ist und über alles andere bestimmt: die Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen. Die richtigen Fragen allerdings, die haben es in sich: Sie lassen sich nur stellen, wenn vorab die Dinge unterschieden werden. Äpfel sind bekanntlich keine Birnen. Gleiches muss gleich, und Ungleiches muss ungleich betrachtet werden. Im Film fast schon ein Ding der Unmöglichkeit. Wir haben es trotzdem versucht.

Film ist kreative Projektarbeit mit phasenweise äußerst komplexen Prozessen und manchmal ebenso delikater wie fragiler Teamarbeit. Know-how, Erfahrung und Talent beeinflussen sich wechselseitig. Um trotzdem zu einem nachvollziehbaren und verständlichem Ergebnis zu kommen, muss vereinfacht und zusammengefasst werden.

Die Ausgangslage

Als Ausgangslage für diesen Artikel haben wir vier durchschnittliche Auftragsfilme 1 mit typischen Aufgabenstellungen für die Kommunikation mit Film und Video genommen: Einen Imagefilm 2, einen Werbefilm/TV-Spot 3,einen Produktfilm 4 und ein Webvideo 5.

Für jedes dieser Videos 6 haben wir uns auf Basis eines standardisierten Workflows 7 bei allen relevanten Projektschritten in der Kreation und Produktion gefragt, wie viele Entscheide durchschnittlich notwendig sind. Dies immer aus Sicht der Kreation (Regie 8) und Produktion (Produzent 9).

Bewusst nicht einkalkuliert wurden sämtliche Entscheidungen, die im Rahmen der Kreation oder Herstellung beim Filmmachen üblicherweise entweder zur internen Koordination in den Teams oder mit dem Auftraggeber getroffen werden müssen.

Ebenso wurden für diesen Artikel und die dahinter liegende Studie viele handwerkliche Entscheide aus Gründen der Praktikabilität zu einem einzigen Entscheid zusammengefasst. So wird beispielsweise der Entscheid, wie in einer Einstellung die Kamera bewegt werden soll, als eine einzige Entscheidung erfasst. In Tat und Wahrheit sind dazu vom Filmemacher eine Vielzahl von Entscheidungen notwendig: auf welcher Achse läuft die Bewegung? Wo beginnt sie? Wo endet sie? Fährt oder schwenkt die Kamera? In welchem Tempo? Wird die Bewegung mit einem Dolly ausgeführt? Oder mit einer Steadycam? Oder Schulterkamera? Oder ab Stativ? Anders gewendet: wie im richtigen Leben führt eine Frage zur Nächsten. Dank Expertenwissen, Ausdauer und Hartnäckigkeit können aus jeder erfassten Frage mühelos fünf weitere Themenkreise eröffnet werden, die alle weiteren Fragen nach sich ziehen. Man denke zum Beispiel an das Universum, das sich alleine aus der Konzeption und dem Ausarbeiten des Storytellings ergibt.

Die Resultate aller vier Genres/Gattungen der Filme wurden anschließend pro Filmart auf jeweils eine Minute extrapoliert. Um den finalen Durchschnittswert der Anzahl Entscheidungen pro Minute zu erhalten, die für einen durchschnittlichen Auftragsfilm notwendig sind, wurden die vier erhaltenen Minuten-Werte abschließend zuerst addiert, und dann durch die sich aus der Anzahl der Testobjekte ergebenden Punkte dividiert.

Das Ergebnis erstaunt

Ein Bonmot besagt, dass Filme nur darum einfach anzusehen seien, weil sie schwierig zu machen sind. Die ersten Ergebnisse unserer Studie zum Video machen weisen darauf hin, dass darin mehr als ein Fünklein Wahrheit liegen dürfte. Die Schwierigkeit (oder schöner formuliert: die Komplexität und die Herausforderung) des Filmemachens liegt ganz offensichtlich auch in der Anzahl der für die Herstellung eines Films oder Videos notwendigen Entscheidungen.

Das Resultat der Studie spricht für sich: Rein rechnerisch müssen von den Kreativ- und Produktionsteams pro Minute Film- oder Videoherstellung über 1’000 Entscheide gefällt werden!

Durchschnittliche Anzahl Entscheide pro 1 Minute Film-/Videolänge:
Kreationsprozess59
Vorbereitung der Dreharbeiten481
Dreharbeiten on Location370
Bild- und Tonbearbeitung134
TOTAL pro Minute Film/Video1’044

Quelle: Studie Entscheidungsfindung bei der Filmherstellung, Condor Films, Herbst 2016

In der Praxis ist es selbstsprechend, auch bei über mehrere Tage andauernden Dreharbeiten, absolut unmöglich, mehr als tausend Entscheide pro gedrehte Film-Minute bewusst zu treffen.

In der Praxis von Filmagenturen, Filmproduktionen und Videoproduktionen wird die Vielzahl dieser Entscheide während der Kreation, der Vorbereitung (Preproduction), den Dreharbeiten (Production) und der Nachbearbeitung (Postproduction) unbewusst getroffen. Denn ohne Entscheide geht es in der Projektarbeit und beim Filmemachen nicht. Weder künstlerisch noch produktionell.

Wo aber die meisten Entscheide „passieren“  – und damit nicht die Folge einer rationalen Abwägung der Möglichkeiten sind – kommen die drei wichtigsten Faktoren im Umgang mit Bewegtbild ins Spiel: Know-how, Erfahrung und Talent. Sie machen das Unmögliche möglich.


Die Resultate im Detail

Die Ergebnisse zu Entscheidungen beim Filme machen, aufgelistet nach weiteren Kriterien und mit höherem Detaillierungsgrad. Die mehrseitige, ausführliche Excel-Tabelle mit dem Datenmaterial der Studie kann auf Anfrage hier bestellt werden.

Entscheide pro Filmart/Genre

(Alle Ergebnisse als Gesamtwert und als Wert auf durchschnittliche Filmlänge ausgewiesen.)

Durchschnittliche Anzahl Entscheide pro Filmart/Genre:
TV-Spot (Länge: 30 Sekunden)  121’364
Imagefilm (Länge: 5 Minuten)  132’423
Produktvideo (Länge: 3 Minuten)  141’592
Webvideo (Länge: 2 Minuten)  15870

Quelle: Studie Entscheidungsfindung bei der Filmherstellung, Condor Films, Herbst 2016

Entscheide pro Funktion

(Alle Ergebnisse unterschieden nach Kreation 8 und Produktion 9 pro Filmart, Gesamtwert und pro Minute.)

Durchschnittliche Anzahl Entscheide nach Funktion (extrapoliert aus Gesamtlängen, Darstellung pro 1 Minute Film-/Videolänge):
ArbeitschrittKreation 8Produktion 9
Kreationsprozess2930
Vorbereitung der Dreharbeiten205276
Dreharbeiten on Location3628 (1o)
Bild- und Tonbearbeitung10232
TOTAL699346

Quelle: Studie Entscheidungsfindung bei der Filmherstellung, Condor Films, Herbst 2016

Übersicht alle Genres

(Durchschnittliche Anzahl Entscheide pro Funktion und für Gesamtlänge und pro 1 Minute Film-/Videolänge.)

TV-SPOT 3 Entscheide für einzelne Projektphasen
TV-Spot (30 Sekunden, kalkuliert auf Gesamtlänge):
ArbeitschrittKreation 8Produktion 9Total
Kreationsprozess424486
Vorbereitung der Dreharbeiten371472842
Dreharbeiten on Location27012 (1o)282
Bild- und Tonbearbeitung10152153
Total TV-Spot 30 Sekunden7845801’364
TV-Spot (30 Sekunden, extrapoliert auf 1 Minute):
ArbeitsschrittKreation 8Produktion 9Total
Kreationsprozess8489173
Vorbereitung Dreharbeiten7429341’685
Dreharbeiten on Location54024 (1o)564
Bild- und Tonbearbeitung202104306
Total TV-Spot pro 1 Minute1’5861’1602’728

Quelle: Studie Entscheidungsfindung bei der Filmherstellung, Condor Films, Herbst 2016

IMAGEFILM 2 Entscheide für einzelne Projektphasen
Imagefilm (5 Minuten, kalkuliert auf Gesamtlänge):
ArbeitsschrittKreation 8Produktion 9Total
Kreationsprozess524294
Vorbereitung der Dreharbeiten114292406
Dreharbeiten on Location1’440201’460
Bild- und Tonbearbeitung42142463
Total Imagefilm 5 Minuten2’0273962’423
Imagefilm (5 Minuten, extrapoliert auf 1 Minute):
ArbeitschrittKreation 8Produktion 9Total
Kreationsprozess10 (11)9 (11)19
Vorbereitung Dreharbeiten235881
Dreharbeiten on Location2884292
Bild- und Tonbearbeitung84893
Total Imagefilm pro 1 Minute40579485

Quelle: Studie Entscheidungsfindung bei der Filmherstellung, Condor Films, Herbst 2016

PRODUKTVIDEO 4 Entscheide für einzelne Projektphasen
Produktvideo (3 Minuten, kalkuliert auf Gesamtlänge):
ArbeitsschrittKreation 8Produktion 9Total
Kreationsprozess343265
Vorbereitung der Dreharbeiten114172291
Dreharbeiten on Location9988 (1o)1’005
Bild- und Tonbearbeitung20328230
Total Produktfilm 3 Minuten1’3482441’592
Produktvideo (3 Minuten, extrapoliert auf 1 Minute):
ArbeitsschrittKreation 8Produktion 9Total
Kreationsprozess111122
Vorbereitung Dreharbeiten385997
Dreharbeiten on Location3333 (1o)335
Bild- und Tonbearbeitung68977
Total Produktfilm pro 1 Minute44981531

Quelle: Studie Entscheidungsfindung bei der Filmherstellung, Condor Films, Herbst 2016

WEBVIDEO5 Entscheide für einzelne Projektphasen
Webvideo (2 Minuten, kalkuliert auf Gesamtlänge):
ArbeitsschrittKreation 8Produktion 9Total
Kreationsprozess232145
Vorbereitung der Dreharbeiten3883121
Dreharbeiten on Location5747 (1o)580
Bild- und Tonbearbeitung1112124
Total Webvideo 2 Minuten747124870
Webvideo (2 Minuten, extrapoliert auf 1 Minute):
ArbeitsschrittKreation 8Produktion 9Total
Kreationsprozess121122
Vorbereitung Dreharbeiten194260
Dreharbeiten on Location2873 (1o)290
Bild- und Tonbearbeitung56662
Total Webvideo pro 1 Minute37362435

Quelle: Studie Entscheidungsfindung bei der Filmherstellung, Condor Films, Herbst 2016

Strukturierung der Entscheidungen zur Analyse in Kategorien

Für die Untersuchung wurden zuerst die für einzelne Entscheide unumgänglichen Vorgänge definiert. Diese Einzel-Entscheide wurden anschließend in Untergruppen zusammengefasst. Die Untergruppen wurden schließlich in Hauptkategorien kombiniert, die damit alle für die Entstehung eines Films oder Videos notwendigen Entscheidungen zusammenfassen.

Beispiel zur Veranschaulichung: „Bildkomposition“ umfasst  auf Stufe Kategorie (Hauptgruppe) die Untergruppen Licht, Farbe und Perspektive. Alle drei Begriffe beinhalten alle jeweils weitere einzelne Entscheide, die für jede Einstellung aus Sicht der Kreation und Produktion getroffen werden müssen.

Übersicht Entscheidungs-Kategorien (Hauptgruppen)

No.GruppeNo.GruppeNo.Gruppe
01.1Briefing06.1Briefing Suche Darsteller19.1Bildkomposition
01.2Meeting06.2Briefing Statisten und Extras20.1Kameraführung
01.3Rebriefing06.3Casting21.1Ton
02.1Budget06.4Deals Darsteller22.1Führung der Schauspieler
02.2Vertrag06.5Deals Statisten23.1Anweisen Statisten und Extras
02.3Termine07.1Scouting24.1Einstellungen repetieren
02.4Qualität07.2Innenlocation/Studio25.1Anschlüsse prüfen
03.1Autor07.3Aussenlocation26.1Briefing Schnitt
03.2Exposé08.1Vorbereitung PPM26.2Editing und Montage
03.3Treatment08.2Nachbereitung PPM27.1Color Correction
03.4Drehbuch09.1Callsheets28.1Animation und Retouchen
03.5Shooting Script09.2Arbeitsbudget29.1Grafik 2D/3D
03.6Storyboard10.1Dekor30.1Sound Briefing
03.7Wahl Regie11.1Requisiten31.1Komposition Musik
04.1Parameter12.1Equipment Kamera32.1Sound Design
04.2Analyse Risiko13.1Licht, Ton, Zubehör33.1Mix
04.3Production Values definieren14.1Briefing Kostüme und Abnahmen34.1Abnahme
05.1Auswahl Key People15.1Proben on/off Location34.2Korrekturen
05.2Auswahl Crew16.1Transporte35.1Finale Abnahme
05.3Deals Key People17.1Unterkünfte36.1Versioning
05.4Deals Crew18.1Reality Checks37.1Debriefing

Quelle: Studie Entscheidungsfindung bei der Filmherstellung, Condor Films, Herbst 2016


Fussnoten und weitere Erläuterungen zur Studie Filme machen

1 Auftragsfilme (deutsch) oder „Sponsored Movies“ (englisch) sind Filme oder Videos, die auf Bestellung eines Unternehmens oder einer Institution erstellt werden, oftmals im Zuge von Kampagnen.

2 Der Imagefilm transportiert Markenwerte. Er macht Kompetenz zum Erlebnis. Zum Transport von Informationen und Emotionen nutzt er einen inszenatorisch-gestalterischen oder dokumentarischen Ansatz. Roter Faden bildet meist die Story, welche an einem unternehmensspezifischen Bezugspunkt aus der Lebenswelt des Zuschauers anknüpft.(Quelle & © Condor Films™)

2 Parameter Imagefilm: 5 Minuten Gesamtlänge; Anzahl Key People: 3;  Anzahl Mitarbeitende (Crew): 12; Länge pro Einstellung: 3 Sekunden; gedrehte Einstellungen pro Drehtag: 20; Darsteller: 3; Statisten:  ja; Musikomposition: Ja; Color-Grading: Ja.

3 Ein Werbespot, auf gut deutsch und umgangssprachlich oftmals auch als TV-Spot oder TV-Commercial (Kurzform: TVC) bezeichnet, ist ein kurzer Film, mit dem für eine Ware, eine Marke oder eine Dienstleistung geworben wird. Im Gegensatz zu anderen Filmgattungen ist das Interview als Kommunikationsform im Werbefilm nur selten zu finden. Der Werbespot wird im Auftrag des Markeninhabers oder Produktanbieters von darauf spezialisierten Filmagenturen oder von Agenturen in Zusammenarbeit mit Filmproduktionen hergestellt und meist im TV oder Kino und zunehmend auch im Internet eingesetzt. Das Ansehen eines Werbespots soll in erster Linie den Verkauf des beworbenen Produktes steigern (Bekanntheit, Auslösen der Kaufabsicht) oder das Produktvertrauen (Image, Sympathie) erhöhen. Die werbende Absicht verbindet den Werbespot mit dem Imagefilm und anderen, längeren Werbefilmformaten. (Quelle & © Condor Films™)

3 Parameter Werbefilm/TV-Spot: 30 Sekunden Gesamtlänge, Anzahl Key People: 5, Anzahl Mitarbeitende (Crew): 35; Länge pro Einstellung: 3 Sekunden; gedrehte Einstellungen pro Drehtag: 10; Anzahl Darsteller: 3; Statisten: Ja; Musikkomposition: Ja; Color-Grading: Ja.

4 Der Produktfilm rückt Alleinstellungsmerkmale von Produkten und Dienstleistungen ins richtige Licht. Informationstiefe, Emotionalität und Dramaturgie orientieren sich am Vorwissen der Adressaten, am Marktumfeld und an den Distributionskanälen. Sequenzen mit Informationscharakter sind meist eng mit der Darstellung des Nutzens (Benefit) verzahnt.| (Quelle & © Condor Films™)

4 Parameter Produktfilm: 3 Minuten Gesamtlänge; Anzahl Key People: 3; Anzahl Mitarbeitende (Crew): 12; Länge pro Einstellung: 3 Sekunden; Anzahl gedrehte Einstellungen pro Drehtag: 20; Darsteller: Nein; Statisten: Ja; Musikkomposition: Nein; Color-Grading: Ja.

5 Unter Webvideo, auch Internetvideo oder Online Video genannt, wird hier ein Film verstanden, der in digitalisierter Form auf einer Webseite zu betrachten ist und primär für diesen Zweck konzipiert und hergestellt wurde. Dabei kann es sich sowohl um kurze Clips handeln, als auch um eine Videoserie. Imagefilme oder Produktfilme und weitere Filmgattungen, die nur flankierend zu anderen Distributionsmassnahmen auch via Internet zugänglich gemacht werden, werden für diese Untersuchung nicht als Webvideo verstanden. (Quelle & © Condor Films™)

5 Parameter Webvideo: 2 Minuten Gesamtlänge; Anzahl Key People: 1; Anzahl Mitarbeitende (Crew): 2; Länge pro Einstellung: 3 Sekunden; Anzahl gedrehte Einstellungen pro Drehtag: 20; Darsteller: Nein; Statisten: Ja; Musikkomposition: Nein; Color-Grading: Nein.

6 Zur Unterscheidung zwischen Film und Video und den entsprechenden Definitionen: siehe hier.

7 Standardisierter Workflow: basierend auf den etablierten Abläufen der Condor Films AG [PDF zum Download hier].

8 Regie: Regie wird in der Studie als Kreativfunktion verstanden und umfasst, anders als in der Realität, für die Untersuchung sämtliche (!) Kreativ-Entscheidungen die für die Herstellung eines Filmes notwendig sind. Der Begriff umfasst damit sämtliche Kreativfunktionen und geht über die übliche Definition der Regie hinaus. Spezialisten-Entscheide die über das allgemeine Verständnis des Filmemachers hinausgehen (Bspw. Spezialeffekte, die Wahl besonderer Kameralinsen oder Filtertypen wurden weggelassen).

9 Unter der Funktion Produzent werden in der Studie sämtliche (!) Entscheide zusammengefasst, die vom Produktionsteam als Weichenstellung für die Film- und Videoproduktion notwendig sind. Spezialisten-Entscheide für das Filmmachen (Bspw. Rechtsfragen oder Aspekte der Film-Versicherung und alle Aspekte des Einkaufs von Leistungen wurden weggelassen).

10 Um auf der „sicheren Seite“ zu bleiben, wurde davon ausgegangen, dass einmal geplante und planerisch aufgesetzte Dreharbeiten ohne Zwischenfälle (= ohne Bedarf an neuen, produktionellen Entscheidungen) verlaufen. Daraus erklärt sich die lächerlich tiefe Zahl der produktionellen Entscheidungen während einem Dreh.

11 Gerundete Zahl, gemäß Datenblatt betragen die exakten Werte für die Kreation 10.4 und für die Produktion 8.6.

12 Auf Basis der Erfahrungswerte der Condor Films AG und mit Blick auf die Anforderungen des Marktes an Werbespots wurden die theoretisch errechneten Zahlen aus der Gruppe TV-Spot/Commercials zur Gewährleistung eines Praxisbezugs mit dem Faktor 1.2 multipliziert (= um 20% pauschal erhöht).

13 Die theoretisch errechneten Zahlen aus der Gruppe Imagefilm werden ohne Anpassung an die Praxis aufgeführt.

14 Auf Basis der Erfahrungswerte der Condor Films AG und mit Blick auf den Kostendruck des Marktes und die damit oftmals einhergehenden vereinfachten Prozessabläufe wurden die theoretisch errechneten Zahlen aus der Gruppe Produktfilm zur Gewährleistung eines Praxisbezugs mit dem Faktor 0.75 multipliziert (= um 25% pauschal reduziert).

15 Auf Basis der Erfahrungswerte der Condor Films AG und mit Blick auf den Kostendruck des Marktes und die damit oftmals einhergehenden vereinfachten Prozessabläufe wurden die theoretisch errechneten Zahlen aus der Gruppe Webvideo zur Gewährleistung eines Praxisbezugs mit dem Faktor 0.65 multipliziert (= um 35% pauschal reduziert).

Preis Imagefilm: die beiden Möglichkeiten zur Preisbestimmung, klassische Herleitung und Reversebudgeting, werden in der Untersuchung gleichgesetzt.


Wir freuen uns über alle Inputs, Tipps und Feedbacks.

Die Resultate der diesem Artikel zugrunde liegenden Studie zum Filme machen und zur Anzahl der notwendigen Entscheidungen auf Seite der Filmschaffenden für Auftragswerke versteht sich als ein erster Schritt. Durch Verfeinerung der Bewertungskriterien und Gruppierungen der Entscheide und mit einem höheren Detaillierungsgrad, und mit Reality Checks anhand wissenschaftlich begleiteter Referenzproduktionen, kann die Qualität der vorliegenden Ergebnisse (nicht nur aus akademischer Sicht) mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nochmals markant gesteigert werden.

Über Redaktion Filmpuls
Unter der Bezeichnung "Redaktion Filmpuls" erscheinen Beiträge, die von mehreren Autorinnen und Autoren kollaborativ erstellt werden.

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