Preis Imagefilm mit Reverse Budgeting effizient bestimmen

Mehr Qualität und Effizienz

Budget und Kalkukation im Auftragsfilm: Der Weg zur effizienten Preisbestimmung Budget und Kalkukation im Auftragsfilm: Der Weg zur effizienten Preisbestimmung

Budget? Kosten? Preis Imagefilm? Ein Kunde bittet unterschiedliche Produktionsfirmen um eine Offerte im Rahmen der Ausschreibung einer Kommunikationsmaßnahme mit Film oder Video.

Was kostet ein Imagefilm? Diese Frage klingt in der Theorie einfach und vernünftig. In der Praxis aber wundert sich der Nachfrager aber oftmals über extreme, für ihn nur schwer nachvollziehbare Preisunterschiede zwischen den eingegangenen Angeboten. Das muss nicht sein. Das Erstellen der Preise und Kosten kann in der Filmproduktion für den Imagefilm, egal wie viele Minuten er dauern soll und inklusive Konzeption, Regisseur und Kameramann, effizienter angegangen werden:

Unerklärliche Unterschiede in Offerten

Eine der möglichen Ursachen für extrem unterschiedlich Preisbestimmung liegt bei klassischen Offert-Anfragen nicht nur im kompetitiven und für Außenstehende schwer durchschaubaren Markt und den technisch komplexen Kosten und Preise für die Produktion, sondern oftmals auch am Briefing.

Preis Imagefilm: Risiken und Stolpersteine

Je mehr Fragen das Briefing (aus Sicht des Anbieters, nicht des Absenders!) offen lässt, desto  größer ist der Raum an Annahmen und Interpretationen, auf denen der Anbieter sein Angebot aufbauen muss.

Wird beispielsweise nur die technische Qualität definiert, ist das wie wenn jemand einige Reisebüros per Email kontaktiert und um ein Angebot für Ferien am Strand bittet. Dem Reisebüro wird nichts anderes übrig bleiben als Annahmen zu treffen. Bei Annahmen im Rahmen von Offerten spielen immer auch taktische Überlegungen (Lockvogel-Angebote) eine Rolle.

Am weitesten öffnet sich die Schere zwischen den Angeboten wenn die Inhalte des zukünftigen Videos oder Films nicht als als Konzept, Story-Outline, Drehbuch oder Storyboard an den Anbieter kommuniziert werden können. Sei es weil Konzept oder Story zum Zeitpunkt der Anfrage noch nicht bestehen, oder intern noch in Arbeit sind.

Bei einem offenen Budget wird sich der Anbieter über den Preis, bei einem vorgegebenen Budget über die Qualität differenzieren.

  • Zum Killer für das Jahresbudget von Marketing- und Kommunikationsabteilungen werden extern eingeholte Offerten, wenn intern schon vor der Ausschreibung bereits Konzepte oder Drehbücher entwickelt wurden, aber das Wissen um Parametrisierung und Kostentreiber dabei gefehlt hat. Überraschungen sind in diesem Fall gewissermaßen vorprogrammiert. Besonders problematisch werden unerwartet hohe externe Offerten, wenn intern Konzepte und Budget-Allokation von der vorgesetzten Stelle bereits vor der Ausschreibung freigegeben wurden.
  • Beschränkt dienlich ist die Aufforderung an den Anbieter, auch die Stundensätze oder Tagessätze mitzuteilen. Überall dort wo künstlerische Leistungen erbracht werden sollen, führen Tagessätze ins Leere. Zur Illustration kann die Autorenarbeit dienen. Ein junger Drehbuchautor mag tiefere Stundenansätze haben als der etablierte Scriptwriter, aber der Aufwand bis zum drehfertigen Drehbuch wird bei der Zusammenarbeit mit einem Jungautoren massiv mehr Zeit verschlingen und darum am Ende (selbst ohne Einbezug des Aufwands auf Kundenseite und einer Vollkostenrechnung) meist teurer zu stehen kommen als die Zusammenarbeit mit einem etablierten Profi.

Lösung: Reverse Budgeting

In ausländischen Märkten, in Grosstädten wie New York oder Berlin, und auch überall dort, wo der Euro für den Anbieter preisbestimmend ist, ist das Reverse Budgeting in der Kommunikation mit Film und Video für für die Produktion im Bereich Imagefilm und beim Produktfilm zunehmend die Regel. Das gilt auch für Videoproduktionen. Auch hierzulande setzt sich das Prinzip wegen dem zunehmen Druck auf die Kosten im Imagefilm (Euro gegen CHF, etc.) in den letzten Jahren wegen des ihm innewohnenden maßgeblichen Effizienzgewinns zunehmend durch.

Reverse Budgeting bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als im Rahmen der Evaluation möglicher Anbieter den Kandidaten einen Fixpreis zu nennen, allenfalls auch noch die Anzahl der Minuten, die der Film dauern soll. Statt der Frage wie viel die Herstellung eines Films oder Videos kostet, steht beim Reverse Budgeting die Frage nach dem Leistungspaket im Vordergrund: Was bekommt der Kunde vom Anbieter für den Fixpreis geboten?

  1. Die interne Bestimmung des Fix-Preises (möglich sind selbstsprechend auch Varianten) kann entweder auf Basis vorgehender Projekte im eigenen Unternehmen mit vergleichbarer Aufgabenstellung der Kosten erfolgen. Oder durch den Beizug eines neutralen Filmsachverständigen als Coach, der als Produzent ausgewiesene Praxis- und Branchenerfahrung und damit fundiertes Expertenwissen in den Prozess, die Evaluation und den Kontakt (Briefings) der Anbieter einbringen können muss. Der Aufwand für einen externen Berater wird je nach Ablauf der Ausschreibung (mehrstufig, einstufig) und Abhängig von den internen Freigabeprozessen beim Kunden (Anzahl Meetings zur internen Abstimmung) zwischen 2 und 5 Arbeitstage betragen.
  2. Damit die angebotenen Leistungen vergleichbar sind, müssen diese auf erfolgsrelevante Wirkungsparameter reduziert werden. Dazu zählen harte Werte wie beispielsweise die angedachte Anzahl Drehtage, aber auch Soft Values wie Talent und Leistungsausweis der auf Seite der Produktionsfirma oder Filmagentur beteiligten Schlüsselpersonen. Bei Kapazitätsengpässen oder fehlendem Know-how beim Auftraggeber kann auch hier ein externer Coach mit wenig Aufwand markante Unterstützung bieten.
  3. Dem erfahrenen Produzenten für Imagefilme gibt der Reverse Budgeting-Modus die Freiheit, alle wichtigen Projektparameter perfekt wie ein Schweizer Uhrwerk auf die Erzielung maximaler Qualität abstimmen zu können. Der seriöse Produzent wird darum beim Zuschlag des Auftrags auch einwilligen, sein Angebot als verbindliches Pauschalbudget abzuliefern.
  4.  Weil sie den Pitch nicht über den Preis, sondern nur über Kosten und Qualität gewinnen kann wird die Filmproduktion von Beginn weg inhaltlich mitdenken und, gerade bei vorbestehenden Konzepten, oft auch wertvolle Verbesserungsvorschläge einbringen.

Preis Imagefilm: Dreharbeiten Condor Films

Kamerafahrt: Dreharbeiten Condor Films


Learning

Wo Kundenvorstellungen und Realität himmelweit auseinanderklaffen, kann auch mit Reverse-Budgeting die Quadratur des Zirkels nicht gelingen. Seriöse Vergleichsrechnungen wie Erfahrungswerte aber zeigen, dass wer bei einer Film-Ausschreibung und Pitches mit Reverse Budgeting rückwärts denkt, oftmals schneller vorwärts kommt und qualitativ bessere Ergebnisse erreicht. Das Genre ist dabei irrelevant: Reverse Budgeting ist für CEO-Videos genauso anwendbar wie für Imagefilme, Produktfilme oder Werbespots.

Über Redaktion Filmpuls
Unter der Bezeichnung "Redaktion Filmpuls" erscheinen Beiträge, die von mehreren Autorinnen und Autoren kollaborativ erstellt werden.

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