Wo serielle Kommunikation mit Video von James Bond profitiert

Zwischen Formel und Variation

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Damals war serielle Kommunikation mit Video etwas für Agentenfilme. 1954 hieß die geniale Doppel-Null noch Jimmy und wurde im TV von Barry Nelson verkörpert. 1962 schaffte es der von Ian Fleming erdachte Agent, dessen Namensvater der Legende nach der Verfasser des ornithologischen Standardwerks »Birds of the West Indies« war, ins Kino. Dort demonstrierte James Bond dem nicht nur mit Doktortitel bewaffneten Bösewicht ebenso wie Ursula Andress, dass ein Nein für ihn keine Option war.

Nicht nur Bond-Girls, auch Unternehmen können für die serielle Kommunikation mit Video und Film von der nicht tot zu kriegenden Doppelnull lernen. Filmpuls zeigt wie die serielle Video-Kommunikation von Bond profitiert:

Betitelt nach der Verbrecher-Organisation die schon »Dr. No« zu ihren geschätzten Mitgliedern zählte, kommt diese Tage mit Spectre das jüngste Abenteuer des von Daniel Craig verkörperten Agenten auf die große Leinwand. (Der Autor dieses Artikels hatte die Ehre, an der Premiere teilnehmen zu dürfen.) Wenn die Mitglieder der Oscar-Academy im gleichen Alter wären wie die Zielgruppe des Films, könnte das Werk von Regisseur Alain Ball in den technischen Kategorien ein Kandidat für das Goldmännchen aus Los Angeles sein. Grund genug, aus dem Blickwinkel der Unternehmenskommunikation einige Gedanken zu einem Phänomen verlieren, das seit Jahrzehnten global begeistert.

-> Den Unterschied zwischen Film und Video erklärt der Filmpuls-Artikel „Was ist ein Film, was ist ein Video„.

Langlebigkeit lässt sich für die serielle Kommunikation mit Video planen

Die außerordentlich lange Markttragfähigkeit der Bond-Filme gründet zu einem Großteil auf einer gleichbleibenden Formel. Varianten und Nebenlinien ändern an den konstituierenden Elementen nichts. Schon in den Büchern von Ian Fleming, auf denen die Erfolgsserie aufbaut, folgt das Storytelling einem gleichbleibenden Schema. Spectre beweist einmal mehr, dass ein wohldurchdachtes Grundmuster auch auf neue Anforderungen übertragen werden kann. Handlungsstränge, Charaktere und Ideologie lassen uns mit großem Vergnügen an einem Spiel teilnehmen, dessen Figuren, Regeln und Ende wir kennen.

Alle Filme sind Projekte. Übertragen auf die regelmäßige Herstellung von Videos, sei es für Botschaften des CEOs in Form von CEO-Videos, zyklische Testimonial mit Video, für Video-Updates oder für andere sich regelmäßig wiederholende Formen der internen oder externen Kommunikation mit Film und Video, können folgende Learnings an James Bond angelehnt werden:

  • Positive Reaktionen ruft beim Zuschauer nicht nur der Wechsel von Elementen hervor, sondern auch deren Beibehaltung. Konstanz schafft Wertigkeit, besonderes in unserer digitalen Welt in der nicht mehr Massenmedien sondern Medienmassen dominieren.
  • Content ist King. Formatierung aber ist der Schatzmeister des Königs. Die Entwicklung eines Sendegefässes für ein optisches Medium bedeutet, ein inhaltliches Konzept strukturell, dramaturgisch und hinsichtlich der geplanten Programmfarbe in einen Dreiklang zu bringen. (filmpuls BLoG wird demnächst ausführlich in einem eigenständigen Artikel auf das Thema der Formatierung eingehen.)
  • Der strukturelle Aufbau eines Video-Serie ist Teil der Formatierung. Formatierung kann ein wesentliches Element des Branding und einer einer Kommunikationsmaßnahme werden.
  • Im Nebeneffekt erlaubt eine gelernte Struktur gerade bei kürzeren Filmen dem Zuschauer, seinen Fokus sofort auf die Inhalte zu legen. Die Aufmerksamkeitsspanne des Users, beispielsweise bei Pre-Roll-Sequenzen auf YouTube, spricht eine deutliche Sprache.
  • Ein inhaltliches Schema und die dazu gehörende Formel lässt sich nicht nur an neue Begebenheiten anpassen, sondern auch für andere Medien adaptieren (Schema-Übertragung). Der britische Geheimagent mit der Doppel-Null wurde als Romanfigur konzipiert und war anschließend nicht nur erfolgreich im Film sondern auch in Radiohörspielen und bis in die achtziger Jahre auch in Comics im Einsatz.

Geschüttelt, nicht gerührt

Wenn Sie das nächste Mal über serielle Kommunikation mit Film und Video nachdenken, dann erinnern Sie sich an die dynamische Formatierung der 007-Filmreihe. Dass die Optimierung der Bewegtbildkommunikation in ihrem Unternehmen durch James Bond inspiriert wurde, lassen Sie beim Antrag an ihre vorgesetzte Stelle vielleicht besser weg. Außer Sie sind James Bond.

Über Kristian Widmer
Kristian Widmer ist Experte für Kommunikation mit Film und Video. Der gelernte Jurist und Absolvent eines MBA der Universität St. Gallen arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren im Mediengeschäft und ist seit 2002 Geschäftsführer der Condor Films AG.

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