Videoformate von A-Z: Alles was Sie darüber wissen müssen

Die ultimative Einführung (Teil 2)

videoformate-für-film-und-video-filmpuls Videoformate für Film und Video von A-Z

Die Verfügbarkeit technischer Mittel sollte nur im Ausnahmefall ein Grund dazu sein, einen Film oder ein Video zu produzieren. Umgekehrt gilt aber auch: ohne Technik gibt es weder Filme noch Videos. Der Artikel Videoformate erklärt als zweiter Teil der Serie „Formate und Bewegtbild-Kommunikation“ Basiswissen der Videotechnik.

Alles ist alles, könnte meinen, wer untersucht, welche Videoformate in Marketing und Kommunikation eingesetzt werden. Das ist trotz steter technischer Innovationen nur halbwegs richtig. Diese Einführung in die Videotechnik erläutert die Vorteile  und Nachteile der bekanntesten Videoformate. Ergänzend wird auch auf Fragen der Konvertierung (der Umwandlung von einem Videoformat in das andere) eingegangen.Der Artikel versteht sich als integrale Ergänzung zum Artikel Filmformate. Er lässt sich, wie alle Beiträge im Filmpuls, mit der Funktion PRINT auch auf Papier lesen. Den Unterschied zwischen Film und Video erklärt der Artikel „was ist ein Video?

Videoformate: Definition

Der Begriff Videoformat erklärt, wie Videodaten auf einem Datenträger aufgezeichnet werden oder aufgezeichnet wurden. Grundsätzlich wird die Art der Aufzeichnung von Videodaten und damit das Videoformat durch vier unterschiedliche Eckwerte definiert. Diese sind:

  1. das Filmformat (Bildauflösung und Seitenverhältnis). Siehe dazu den Artikel Filmformate
  2. die Bildwiederholungsrate (auch Bildwiederholfrequenz genannt). Die Bildwiederholungsrate wird in Hertz (Hz) oder als fps (frames per second, deutsch = Bilder je Sekunde) angegeben
  3. die Farbtiefe, welche die Fähigkeit zur Differenzierung von Farbwerten und Helligkeitswerten beschreibt
  4. die Tonspur

Datenformate sind NICHT dasselbe wie Videoformate. Das Datenformat besagt, wie Videodaten rein technisch strukturiert, dargestellt und von Software auf einem Computersystem zur Verarbeitung gelesen (interpretiert) werden. Datenformate haben mit Filmformaten, Bild-Wiederholungsraten, Farbtiefen und Ton nichts zu tun. Der normale Anwender kommt für die Kommunikation mit Film und Video mit Datenformaten in der Regel kaum in Berührung. Anders verhält es sich mit Videodaten und -formaten.

Videoformate sind anhand der Datei-Endungen (beispielsweise *.mp4 oder *.mov oder *.mpg) identifizierbar. Sie lassen sich je nach Betrachtungsgegenstand nach unterschiedlichen Kriterien ordnen: Beispielsweise nach Dateigröße und Qualität (Komprimierung) oder nach der Art des Inhalts einer Datei (Container-Formate).

So wie Datenformate und Videoformate für unterschiedliche Dinge stehen, sind auch die Begriffe Filmformat und Videoformat NICHT identisch. Unter Filmformat wird für Film und Video die Frage danach verstanden, in welcher Größe und in welchem Seitenverhältnis ein Film oder Video auf einen Datenträger aufgenommen wird. Filmformat und Drehformate sind Synonyme, während Aufnahmeformat, Bildformat, Bildgröße und Projektionsformat als Untergruppen die Bezeichnung Filmformat weiter spezifizieren. Filmformate sind Teil der Videoformate.

Tipps und alle Informationen zum Filmformat gibt es hier.

Warum müssen mich Videoformate interessieren?

Müssen sie nicht! Aber nur vorausgesetzt, man schaut sich seine Videos direkt auf dem Smartphone an oder lädt eigene Videos von dort direkt ins Internet. Wer aber mit Videos professionell kommunizieren will, wird seine Filme bearbeiten wollen und sich schnell einmal nicht nur mit inhaltlicher sondern auch mit technischer Qualität auseinandersetzen müssen.

Auch wer seine Filme „nur“ via YouTube oder Vimeo öffentlich zugänglich machen will oder sein Video über eine dieser Video-Plattformen in seine Webpage einbetten will, stellt spätestens dann fest, dass es so etwas wie Videoformate gibt, wenn die Videodatei nicht zum Upload akzeptiert wird. YouTube beispielsweise meldet in diesem Fall lapidar zurück: „Bevor du diese Art von Dateien hochladen kannst, musst du sie in ein mit YouTube kompatibles Format konvertieren.“ (Was das heißt und bedeutet, darüber gibt das  Kapitel zur Konvertierung weiter unten in diesem Artikel Auskunft.)

Video-Plattformen und akzeptierte Formate:
YouTubeVimeoFacebookTumblr
Die ultimative Einführung (Teil 2)k.A.
Die ultimative Einführung (Teil 2): Videoformate für Marketing und Kommunikation mit Film und Videok.A.
Die ultimative Einführung (Teil 2)k.A.
Die ultimative Einführung (Teil 2)k.A.
Die ultimative Einführung (Teil 2)k.A.
k.A. ✔
k.A.

Quelle: Condor Films, Februar 2017

Vimeo,  eine weitere beliebte Videoplattform, kommuniziert bewusst nicht, welche Formate unterstützt werden, sondern fordert von seinen Usern schon einiges an Know-how oder Lernwillen:  „We don’t have a list of supported file formats, however we do support most major and popular types. We HIGHLY recommend sticking to our Compression Guidelines, which will give the best possible quality after we transcode the video on our end.“

Facebook empfiehlt die Verwendung des MP4- oder des MOV-Formats, unterstützt allerdings fast alle bekannte Formate (und weitaus mehr Formate als dies YouTube tut).

Videoformate sind nicht nur für Video-Plattformen relevant, sondern auch für die Kompatibilität von Videos mit Web-Browsern. Dies sofern das Video nicht via YouTube, Vimeo a.ä. in die Webpage eingebunden werden soll.

Kompatibilität  Videoformate mit Browsern
Die ultimative Einführung (Teil 2)
Firefox✔.
Chrome
Safari– / teilweise– / teilweise
IE9 <– / teilweise– / teilweise

Quelle: Condor Films, Februar 2017

A. Unterscheidung von Videoformaten nach Komprimierung

Videoformate können nach Art der Speicherung betrachtet und kategorisiert werden:

  • Videoformate, welche die Daten komprimieren,  wobei als Folge der Komprimierung naturgemäß auch eine gewisse Einbusse an Qualität hinzunehmen ist.
  • Video-Formate, welche Daten verlustfrei speichern. Komprimierung bedeutet immer Reduktion von Daten. Reduktion von Daten heißt immer auch, auf einen Teil der ursprünglich vorhandenen Datenmenge verzichten zu müssen. Was an Informationen nicht mehr da ist, kann nach einer Komprimierung ohne Zugriff auf die Original-Datei oder auf eine Sicherheitskopie nicht mehr hergestellt werden.

Zusätzlich und ergänzend können Videoformate auch nach Container-Eigenschaften geordnet werden (was Container-Formate sind wird später im Artikel erklärt).

B. Unterscheidung von Videoformaten nach Container-/Nicht-Container

Unterteilung der Videoformate nach Art des Inhalts:

Bekannte Formate MIT Container-Charakater
NameIconBeschreibung
MP4Die ultimative Einführung (Teil 2)das aktuell wohl bekannteste Containerformat. Basiert auf Apple QuicktTime. Kann multimediale Inhalte mit mehreren Audio- und Videospuren undUntertitel sowie 2D- und 3D-Grafiken über Player und Stream wiedergeben.
ASFDie ultimative Einführung (Teil 2): Videoformate für Marketing und Kommunikation mit Film und VideoASF steht für Advanced Streaming Format. Das Containerformat wurde von Microsoft entwickelt und ist proprietär. Es ist, wie der Name es sagt, ganz auf Streaming ausgelegt.
AVIDie ultimative Einführung (Teil 2)AVI (für Audio Video Interleave) stammt ebenfalls aus dem Haus Microsoft. Das englische Wort „interleave“ steht für „verzahnt“, weil mit AVI Audio- und Video-Daten ineinander verzahnt werden. AVI ist noch immer weit verbreitet, gilt aber technisch als überholt.
MKVDie ultimative Einführung (Teil 2): Videoformate für Marketing und Kommunikation mit Film und VideoMKV versteht sich als neue, bessere Alternative zu den bestehenden Container-Formaten. Es kann nebst Video- und Audiospuren auch Menüs, Untertitel, Kapitel und Fotos (Coverbilder) enthalten.
MOVDie ultimative Einführung (Teil 2)ist ein Containerformat entwickelt von Apple für Quicktime und professionelle und semi-professionelle Anwendungen. MOV bietet im Vergleich zu anderen, neueren, Verfahren eine vergleichsweise verlustreiche Komprimierung.
OGGDie ultimative Einführung (Teil 2): Videoformate für Marketing und Kommunikation mit Film und VideoOGG wurde als Antwort auf die rechtlich geschützten Videoformate entwickelt. Entsprechend häufig wird es für Linux-Umgebungen eingesetzt. Das Kürzel OGG wurde vom Computerspiel Netrek entlehnt. Es steht für „etwas mit Power lostreten.“
VOBDie ultimative Einführung (Teil 2): Videoformate für Marketing und Kommunikation mit Film und VideoVOB steht für Video Object Block. VOB  ist der Standard für DVD’s und wurde nicht zuletzt darum entwickelt, um das Medium DVD langfristig unter der Kontrolle der Film- und Video-Industrie behalten zu können.

Quelle: Condor Films, Januar 2017

Bekannte Formate OHNE Container-Charakteristika
NameIconBeschreibung
H.264 Filmpuls Videoformate für Marketing und Kommunikation mit Film und Videodas H.264-Format ist ein von der ITU empfohlenes Standard-Format für hochauflösende audiovisuelle Medien und Multimedia-Anwendungen. H.264 wird u.a. für Blu-Rays eingesetzt. Nachfolgeformate  sind H.265, VP9 und Daala).
MPEG2 Die ultimative Einführung (Teil 2) Filmpulswird für Digital Video Broadcast (die Verbreitung von TV-Signalen über Satellit, Kabel oder Antenne) und DVD genutzt. Das Format ist ein generischer Standard, das heißt das Dateiformat und die Dekodierung erfolgen ohne Festlegung der Auflösung, was negative Folgen für die Qualität hat.
MPEG4 Filmpuls): Videoformate für Marketing und Kommunikation mit Film und VideoMPEG4 wurde entwickelt, um Systeme mit geringen Rechnerleistungen und schmale Bandbreiten von Smartphones zu unterstützen. MP4 ist das zu MPEG4 gehörende, offizielle Container-Format. Wird oftmals auch als alternative Bezeichnung von H.264 genutzt.
WMVDie ultimative Einführung (Teil 2): Filmpuls Videoformate FilmformateWindows Media Video ist ein proprietäres Videoformat, welches Microsoft gehört. Das Format unterstützt Digital Rights Management (DRM) und wird darum oft verwendet wenn ein Kopierschutz zur Anwendung kommen soll.

Quelle: Condor Films, Januar 2017

Über Redaktion Filmpuls
Unter der Bezeichnung "Redaktion Filmpuls" erscheinen Beiträge, die von mehreren Autorinnen und Autoren kollaborativ erstellt werden.

Kommentar hinterlassen

(Email-Adresse bleibt anonym.)


*